Warum Dankbarkeit eine Kraftquelle ist

Hast Du schon Danke gesagt?
Wie heißt das Zauberwort?


Diese Ermahnungen haben wir als Kinder wiederholt gehört. Es gibt sogar festgelegte Tage und Traditionen fürs Danksagen: Wir bedanken uns traditionell am ersten Sonntag im Oktober für eine gute Ernte. Dieses Ritual des Erntedankfestes gibt uns Kraft und soll uns daran erinnern, dankbar zu sein. Die Sätze der Eltern wollen uns offenbar eine Haltung lehren.


Sei dankbar und du wirst glücklich sein, heißt es immer wieder. Der englische Philosoph Francis Bacon hat es so ausgedrückt: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ Was hat es auf sich mit der Dankbarkeit? Warum steckt so viel Kraft in ihr? Was passiert, wenn Sie sie Tag für Tag leben? Und wie schaffen Sie es, sie zum Teil Ihres Alltags zu machen?

 

Was Dankbarkeit bedeutet – und warum sie sich so gut anfühlt.

Wer dankbar ist, weiß zu schätzen, was er hat. Der Fokus der Aufmerksamkeit liegt auf dem, was schon da ist, auf den eigenen Ressourcen und Schätzen. Man kann sich nicht gleichzeitig auf das konzentrieren, was man hat, und auf das, was fehlt. Darum tritt der Mangel, während Sie Dankbarkeit praktizieren, in den Hintergrund. Und das fühlt sich gut an. Es fühlt sich nach Freude und Zufriedenheit an. Sie werden sich darüber bewusst, dass Sie über viel mehr Kraft verfügen als Sie vielleicht denken. Denn jeder Mensch hat Ressourcen. Egal, wie herausfordernd die Lebensumstände sein mögen. 


Was mit Ihren Problemen passiert, wenn Sie dankbar sind. 

Was Dankbarkeit nicht bedeutet: Dass Sie Ihre Probleme ab sofort komplett ignorieren. Denn wirkliche Themen verschwinden nicht, wenn Sie wegschauen. Aber konstruierte Probleme tun es – und was nicht wirklich ein Thema ist, löst sich dann von selber auf.
Den Themen, die dann übrigbleiben, begegnen Sie als dankbarer Mensch ganz anders. Nämlich gestärkt und in Ihrer eigenen Kraft stehend. Sie nehmen sie nicht mehr als unüberwindbare Hürden wahr, sondern als Chancen, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Probleme werden zu Transformations-Ermöglichern. 


Vier Übungen in Dankbarkeit 

Dankbarkeit ist keine Charaktereigenschaft, die Sie entweder besitzen oder nicht. Wer nicht dankbar ist und es gern wäre, der kann es werden – denn Dankbarkeit ist Übungssache. Hier verrate ich Ihnen vier Möglichkeiten, sie in Ihren Alltag zu integrieren:

  • Führen Sie ein kleines Dankbarkeits-Tagebuch.
    Schreiben Sie jeden Tag drei Dinge auf, für die Sie dankbar sind.
    Spätabends, vor dem Schlafengehen, wenn Sie den Tag nochmal Revue passieren lassen.
    Das können Dinge sein wie:
    • Ich bin dankbar für das schöne Gespräch, das ich mit meiner Freundin hatte.
    • Ich bin dankbar, Zeit dafür zu haben, im Wald spazieren zu gehen.
    • Ich bin dankbar für den Erdbeer-Cheesecake, den ich im Café gegessen habe.
    Wenn Ihnen nur wenig einfällt, wofür Sie dankbar sind, dann denken Sie an die Dinge, die Sie gerne tun. Sie gehen gerne wandern? Dann seien Sie dankbar dafür, dass Sie gehen können. Sie lieben Musik? Danken Sie Ihren Ohren, dass sie hören können. Bedanken Sie sich bei Ihren Augen, dass Sie sehen können. Scheinbare Selbstverständlichkeiten werden so zu wahren Schätzen. 
  • Sagen Sie einer Person Danke.
    Bedanken Sie sich schriftlich oder mündlich bei jemandem für etwas, das er oder sie für Sie getan hat. Sagen Sie ihm oder ihr – in einer Message, einer E-Mail oder einem schönen altmodischen Brief, warum Sie dankbar sind und wie sich Ihre Situation dadurch gebessert hat. Damit machen Sie dem Anderen Freude – und seine Freude fällt wiederum auf Sie zurück. Es vertieft außerdem die Bindung zwischen Ihnen beiden.
  • Suchen Sie nach dem Positiven im Negativen.
    Wenn etwas in Ihren Leben passiert, über das Sie sich ärgern oder das sie traurig macht, dann atmen Sie zweimal tief durch und wechseln Sie die Perspektive, indem Sie sich fragen: Was steckt Gutes in der Situation? Wofür kann ich jetzt trotzdem noch dankbar sein? Zum Beispiel: Sie stecken im Stau und kommen zu spät zu Ihrem Termin – das ärgert Sie. Hier könnten Sie denken: Immerhin habe ich ein Auto, mit dem ich im Stau stecken kann. 
  • Überlegen Sie, wo Sie Danke statt Sorry sagen können.
    Viele neigen dazu, sich zu oft zu entschuldigen: Tut mir leid, dass ich zu spät bin. Sorry, dass ich dich schon wieder nerve. In Fällen wie diesen lässt sich das Sorry, bei dem der Fokus auf dem eigenen Fehlverhalten liegt, durch ein Danke ersetzen, das dem anderen das Gefühl gibt, etwas Gutes getan zu haben: Danke, dass du gewartet hast. Danke, dass du mir immer zuhörst.

Was sich ändert, wenn Sie dankbar sind. 

Wer Dankbarkeit zum fixen Bestandteil seines Alltags macht, wird mit der Zeit merken, dass sich etwas ändert. Die Dankbarkeit wird zur Haltung, die sich auf alle Lebensbereiche auswirkt: Ihre Ausstrahlung ändert sich, und das wiederum wirkt sich auf Ihre Umgebung aus, die dann anders auf Sie reagiert. Sie gehen anders mit Ihren Problemen um, Sie werden gelassener im Umgang mit Ihren Mitmenschen, Sie kommen besser mit Krisen zurecht. Wer dankbar ist, merkt sich leichter, was andere Menschen für ihn getan haben – das vertieft Beziehungen. Dankbarkeit wirkt sich außerdem positiv auf die Gesundheit aus: Eine Studie unter HerzpatientInnen hat ergeben, dass sich Blutwerte und Schlafqualität durch das Führen von Dankbarkeitstagebüchern verbesserten.
Sie werden sich immer mehr bewusst über das, was Sie haben – das gibt Ihnen ein Gefühl des inneren Reichtums. Dankbarkeit ist – kurz gesagt – ein Glücks-Verstärker. Oder mit anderen Worten: „Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“

Und ja, wie heißt das Zauberwort?

DANKE, dass Sie meinen Blog gelesen haben!

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